Es hätte ein angenehmer Samstagnachmittag werden können, hätten wir die sich uns bietenden Chancen in den ersten 20 Spielminuten besser genutzt. So wurde es eben angenehm spannend!

Nur (!) zwei Tore durch Felix Preußner in der 8. und 18. Spielminute sprangen in den erwähnten ersten 20 Spielminuten für unsere Mannschaft heraus, zahlreiche weitere Chancen zum vorentscheidenden dritten Treffer wurden vergeben. Mitte der ersten Halbzeit wechselte Sven Fordermaier kurzzeitig die Sportart und versuchte sich an einer "Ringereinlage" mit seinem Gegenspieler. Nachdem so etwas erst einmal richtig "geübt" werden muss, wurde die Aktion mit der sofortigen Auswechslung "belohnt". Ob es alleine an der Auswechslung mit verbundener Umstellung oder an anderen Gründen lag, ist schwer zu sagen, jedenfalls folgte nun ein richtiger Bruch im bis dahin guten Spiel unserer Mannschaft. Der Gegner wollte jetzt mitspielen, gefährlich wurde er aber nur bei Freistößen in unserer Hälfte, allerdings egal wie weit die Entfernung zu unserem Tor auch war. Zählbares gelang beiden Teams bis zur Pause nicht mehr und so ging es mit einem 2:0 in die Halbzeit.

In der Pause hatten wir besprochen, die Hektik und Unsicherheit der letzten ca. 20 Spielminuten nun wieder mit Sven Fordermaier und der nötigen Konzentration in die sichere und dominante Spielweise der ersten 20 Spielminuten verwandeln zu wollen. Das Ergebnis sollte ein schnelles drittes Tor und damit die Vorentscheidung sein. Insbesondere wollten wir aber auch den "entfernten Freistößen" unserer Gegner mit einer "cleveren Mauer" begegnen. Ja ja, das alles wollten wir.

Es waren gut 2 Minuten der 2. Halbzeit vorbei, da schlug ein Freistoß aus ca. 40 (!) Metern, natürlich ohne Mauerbildung unsererseits, im langen Torwinkel unseres Gehäuses ein. Ja ja, so ist das, wenn die Vorhaben aus der Halbzeitpause so konsequent umgesetzt werden. In der Folge war die Hektik und Unsicherheit wieder allgegenwärtig. Sie erhielt zusätzliche Nahrung durch frenetische Anfeuerungen der gegnerischen Trainer und Zuschauer. Die Folge war der 2:2 Ausgleich nur fünf Minuten später. Felix Preußner konnte uns per an ihm selbst verschuldeten Foulelfmeter nochmals mit 3:2 in Front bringen, aber wiederum nur kurze Zeit später lagen wir mit 3:4 zurück. Das war sicherlich nicht das, was wir verdient, aber nun halt mal bekommen hatten.

Sollte der hektische, zuweilen ängstliche Fußball nun nicht sofort verschwinden, würden die eigentlich kalkulierten 3 Punkte in astronomische Ferne rücken. Ins Spiel zurück brachte uns eine Umstellung. Michael Meier rückte aus der Abwehrreihe ins zentrale Mittelfeld, Bastian Siedler dafür vom Mittelfeld in die zentrale Abwehrposition. In dieser Phase sicherlich etwas mit Risiko behaftet, es musste aber etwas passieren. Wir kamen wieder ins Spiel und in der 69. Spielminute durch den vierten Treffer von Felix Preußner zum erneuten Ausgleich. Wir spielten weiter nach vorne und mit einer Direkt-Kombination aus der eigenen Hälfte über 5, 6 Stationen, die in jedes Fußball-Lehrbuch passen würde, gelangten wir auf der linken Seite zur Grundlinie. Die flache, scharfe Hereingabe verwertete, na wer schon ..., richtig, Felix Preußner mit seinem Treffer Nr. 5 in der 75. Spielminute zum vielumjubelten und allemal verdienten Siegtreffer.

Nebenbei sei noch erwähnt, dass die Partie mit einer roten Karte für den Gegner und drei Zeitstrafen, zwei davon für unsere Spieler Sven Fordermaier und Sebastian Altrichter, noch einiges zu bieten hatte. Im Ergebis bleibt ein Sieg nach Punkten mit vielen Toren und jeder Menge Spannung.

Fazit: Wenn die deutsche Nationalmannschaft nach einer 4:0 Führung noch 4:4 spielen darf, dann dürfen wir nach einer eher dürftigen 2:0 Führung mit einem an diesem Tag glänzend aufgelegten Felix auch 5:4 gewinnen. Dieses Ergebnis wäre der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vermutlich auch lieber gewesen. Sie hatten allerdings nur einen Miroslav!


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